„WIE ALT DIE ,GERSTE‘ IST, WEISS KEIN MENSCH GENAU“, SAGTE ERNST PFITZER

Denn allein mit der volkstümlichen Bezeichnung nach dem Namen der Wirtsfamilie ist das Lokal seit Menschengedenken ein Begriff: Ob Geburts-, Wahl- oder Lebensart-Steinbacher- die kundige Bevökerung des mittleren Mümlingtals ging von jeher „zum Pfitzer“, Und Ernst war in der langen Familientradition der aktuelle Wirt, Koch und Inhaber des Gasthauses gegenüber vom Schloss Fürstenau im Michelstädter Stadtteil Steinbach.

Angesichts dieser Lage wundert es nicht, dass der Ruhm der Gaststätte unter anderem auf ihren einstigen Status als gräfliche Brauerei und Brennerei zurück geht.

In Pfitzerschem Familienbesitz befindet sich das Lokal seit 1804, als es dem Grafen von Johann Balthasar Schmucker abgekauft wurde. Schmucker? Genau, der Begründer der bürgerlichen „Gerste“ gehört jener Familie an, deren Name im Odenwald wie kaum ein anderer für das Biersieden steht. Aus der Schweiz einge­wandert, produzierte Johann Baltasar Schmucker Gerstensaft und Nachkommen. Einer seiner Söhne zog nach Beerfelden, um dort eine Brauerei zu gründen und dasselbe / wie sein Vater zu tun, was zur Folge hatte, dass ein männlicher Spross der nächsten Generation in Mossautal dazu ansetzte, es seinen Vorfahren nachzumachen.

Auf den ersten Privatbesitzer der Steinbacher „Gerste“ gehen also sowohl die Beerfelder Felsen- als auch die Ober-Mossauer Schmucker-Brauerei zurück.

Das Steinbacher Stammhaus selbst hat als Braustätte seit 1910 ausgedient. Damals starb der letzte Brauer in diesem Familienzweig, Ernst Pfitzers Urgroßvater Ludwig Schmucker. Seine Frau Margarethe verlegte sich zur Gastwirtschaft mehr auf die Landwirt schaft, wie es dann auch Tochter Elisabeth mit ihrem Mann Johann Pfitzer hielt. Auf die gleiche Weise ihr Auskommen suchten und fanden die Pfitzers der nächsten Generation, Ernst Hans und Anneliese, die Eltern des heutigen Inhabers.

 

Ernst Pfitzer

Ernst übernahm das Gasthaus vor zwölf Jahren. (Das war 2003). Ein Jahr später starb die Mutter, der Vater kümmerte sich bis zum Tod 2001 um die Landwirtschaft. Die hatte Ernst nun zwangsläufig zurückgefahren – allerdings nicht so weit, dass sie nicht noch die Grundlage seines Haupterwerbs als Gastwirt bilden konnte.

Quelle des Artikel bis hier OHZ 27.11.2003

Bildausschnitt Ernst Pfitzer: Liane Probst-Simon

Ernst Pfitzer war sehr beliebt in Steinbach und nicht nur dort. Er führte das Gasthaus unter dem Motto “ Wo der eigene Stall die Pfanne füllt“ bis zu seinem Tot 2016 weiter.

Das Anwesen lag über 1 Jahr brach und wurde 2017 von Wilhelm Paulus und Sohn Marco erworben.

Wilhelm Paulus, der in Steinbach schon viel bekannt ist durch sein Schmiedefest und andere Aktivitäten will im Sinn der Familie Pfitzer das Anwesen weiter führen.